Seite wählen

Gegen unser mit fadenscheinigen Begründungen als ungültig erklärtes erfolgreiches Bürgerbegehren will die Gemeinde einen sehr einseitigen Ratsentscheid setzen.

Schon im Fragetext kommt das Wort „Wald“ überhaupt nicht vor.

Die Frage soll nur lauten:

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde das Bebauungsplanverfahren zur Neuerrichtung einer Schwimm- und Dreifeldsporthalle (Beschluss des Gemeinderats vom 26.03.2019, Bebauungsplan Nr. 46) auf dem Grundstück nördlich der Adalbert-Stifter-Straße (Flur-Nummer 1026/117) fortführt?“

Durch diese fachchinesische Formulierung soll den Bürgern verschleiert werden, dass es hier um die Rodung von ca. 1 ha wertvollen Schulwald geht. Wer weiß denn schon, was sich hinter den Flur-Nummern 1026/117 versteckt?

Die Gemeinde behauptet bei den Begründungen zu ihrem geplanten Ratsentscheid folgendes (blauer Text):

– Indem die neue Halle in unmittelbarer Nähe zum Standort der heutigen Sport- und Schwimmhalle auf der Nordseite der Adalbert-Stifter-Straße liegt, bedarf es keiner Umstrukturierung des Schul- und Sportbetriebes.

Diese Abbildung zeigt die tatsächlichen Vorgaben von Bebauungsplan Nr. 46 der Gemeinde
weiße Flächen: befestigte Flächen, grün karrierte Flächen: zu rodende Waldfläche für Baustelleneinrichtungen und Manipulationsflächen

Unsere besser Alternative: Die Halle am Standort der bisherigen Hallen kann von Schülerinnen und Schülern bei jedem Wetter direkt von den Klassenräumen erreicht werden. Um zur Gemeindehalle nördlich der Adalbert-Stifter-Straße zu kommen (Entfernung ca. 100 m), müssen sie sich jedes mal komplett anziehen und noch dazu die Straße überqueren. Die Halle ist nur für die TSV-Sportler optimiert und für die Schulkinder eine deutliche Verschlechterung!

– Die Fläche der heutigen Bestandshalle kann mittelfristig für eine Erweiterung der Schulgebäude genutzt werden.

Unsere bessere Alternative: Sollte bei heute stagnierenden Schülerzahlen später wirklich eine Erweiterung notwendig werden, ermöglichen heute innovative Leichtgeschosse die Aufstockung bestehende Schulgebäude ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.

– Durch den zeitlichen Ablauf von Neubau und Abriss ist die alte Sport- und Schwimmhalle bis zur Fertigstellung der neuen Anlage für alle Nutzerinnen und Nutzer uneingeschränkt verfügbar.

Unsere bessere Alternative: Durch optimierte Bauablaufplanung kann die Bauzeit der Halle auf dem Schulcampus auf ca. 1,5 Jahre gedrückt werden In dieser Zeit stehen weiterhin für den Sport die 4 Sporthallen auf dem Campus und der große Sportplatz zur Verfügung. Dafür bleibt ca. 1 ha wertvoller Schutzwald für den Schulcampus dauerhaft erhalten, der in der Nutzungszeit der neuen Halle ca. 150 t CO2 speichert, die die Gemeinde sonst anderweitig unter größten Mühen zusätzlich einsparen müsste! Für die Schwimmer lässt sich mit etwas gutem Willen in den benachbarten Schwimmbädern auch Gelegenheit zum Schwimmen finden! Diese geringfügigen Erschwernisse werden durch den Erhalt von ca. 1 ha wertvollem Schutzwald mehr als wett gemacht!

-Der Schul- und Pausenhof wird durch diese Planung nicht verkleinert und das Freiflächenangebot für die wachsende Zahl unserer Schülerinnen und Schüler bleibt bestehen.

Unsere bessere Alternative: Durch intelligente, innovative optimierte Bauweise, wie schon von den Architekten Pollok & Gonzales und später von Untertrifaller vorgeschlagen, bleiben für Schülerinnen und Schüler ausreichend Freiflächen erhalten. Die Gemeinde reduziert dagegen bereits heute durch eine massive Zaunanlage die Freiflächen der Schulkinder!

– Der überwiegende Teil des nördlich der Adalbert-Stifter-Straße gelegenen Waldgebietes bleibt unangetastet erhalten

Unsere bessere Alternative: Durch die intelligente und innovative Halle auf dem Schulcampus bleibt der Wald unangetastet und seine wichtigen Funktionen gerade für den Schulcampus werden nicht reduziert. Wertvoller Lebensraum geschützter Tierarten bleibt bei unserer Alternative voll erhalten, die EU und Naturschutzgesetze werden nicht verletzt!

– Die Gemeinde beabsichtigt, jeden für das Bauvorhaben zu fällenden Baum durch zwei neue Bäume im Gemeindegebiet zu ersetzen.

Unsere bessere Alternative: Durch unseren intelligenten, platzsparenden Hallenstandort müssen überhaupt keine wertvollen Bäume gefällt werden! Da ausgewachsene Bäume, wie im Lochhamer Schulwald, eine bis zu 10.000 fache ökologische Aktivität gegenüber Jungbäumen besitzen, müsste die Gemeinde als gleichwertigen Ersatz ein Vielfaches der gefällten Bäume neu pflanzen, wofür ihr allein die nötigen Freiflächen fehlen. Die Gemeinde wird in den nächsten Jahren allein damit beschäftigt sein, für die durch den Klimawandel sterbenden Bäume ausreichend Ersatz zu pflanzen.

Besonders dreist ist die verfälschte Darstellung der Halle im Schulwald im beigefügten Lageplan! Dort wird suggeriert, dass die Halle unmittelbar vom Wald umgeben sei. Das ist aber lt. Bebauungsplan Nr. 46 nachweislich falsch. Zum einen ist rings um die Halle ein 7 m breiter befestigter Streifen für Wartungsarbeiten und Rettungsfahrzeuge notwendig. Dazu kommt dann ein weiterer 13 m breiter Streifen, der für Baustelleneinrichtungen und Manipulationsflächen gerodet werden muss. Dieser 13 m breite Streifen soll später dann mit Büschen und gestuften Baumpflanzungen wieder begrünt werden, ist aber dann sicher nicht als Wald einzustufen. Auch auf der West- und Südseite gibt es keinen Wald, da diese Flächen für Zufahrt und Eingangsbereiche befestigt werden und möglicherweise nur mit einzelnen kleineren Pflanzungen aufgelockert werden, also auch kein Wald! Die tatsächlichen Vorgaben des BP 46 zeigt das Bild am Anfang dieser Seite deutlich!

Verfälschte Darstellung der Lage der geplanten Halle beim Ratsbegehren!