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Nicht jeder, der heute das Wort Nachhaltigkeit oder nachhaltig im Munde führt, hat sich vorher informiert, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Jetzt ein 2,5 t schweres SUV als nachhaltig zu bezeichnen, dass mit einer Batterie gerade mal so 30 bis 50 km weit kommt, schon als nachhaltig zu bezeichnen, ist sicher völlig falsch.

Aber auch die geplante, 1 ha wertvollen Wald vernichtende Schwimm-/Dreifachsporthalle schnell mal so einfach nachhaltig zu nennen, läßt tiefe Unkenntnis erkennen.

Früher hätte man da erst schwere Lexika wälzen müssen, um solche Wissenslücken zu schließen. Heute tippt man den gesuchten Begriff einfach in eine Suchmaschine ein und schon erhält man die richtige Definition.

In den letzten Jahren hat sich durch den sich beschleunigenden Klimawandel das Sterben älterer, aber auch jüngerer Bäume in Gräfelfing drastisch ausgeweitet. Wer mit offenen Augen durch Gräfelfing geht, erschrickt darüber fürchterlich.

Ökonomisch nachhaltig kann etwas nur sein, wenn in die Gesamtbilanz auch die ökologischen Schäden mit ihrem tatsächlichen Wert eingerechnet werden. Hier entstehen auf Dauer Schäden durch den Entfall von ca. 5 t CO2-Speicherung pro Jahr, dem Entfall der Erzeugung des lebenswichtigen Sauerstoffs, dem Entfall der Wasserspeicherung im Waldboden, dem Entfall der Kleinklimaverbesserung auf dem Schulcampus, dem Entfall der Feinstaubfilterung von der Autobahn ganz abgesehen vom Verlust des Lebensraumes geschützter Tierarten, die jede für sich auch eine Wertschöpfung im Ökosystem erbringen. Dazu kommen noch die erheblich höheren Unterhaltskosten der flächenmäßig fast doppelt so großen Halle im Schulwald, die laufend von der Gemeinde aufgebracht werden müssen. Da Gräfelfing bekanntlich nicht das bekannte „Gallische Dorf“ ist, dem z.B. der starke Wirtschaftseinbruch durch die weltweite Coronapandemie nichts anhaben kann, ist durchaus vorstellbar, dass auch Gräfelfing, wie schon jetzt unzählige Kommunen in Deutschland, die Unterhaltskosten irgendwann nicht mehr aufbringen kann und daher die teuere Halle im Wald wieder schließen muss.

Aus diesen Gründen ist die aufwändige Schwimm-/Dreifachsporthalle im Schulwald auch ökonomisch nicht nachhaltig!

Sozial nachhaltig bedeutet, dass alle Bürger, egal zu welcher sozialen Schicht sie gehören, am Nutzen dieser Einrichtung gleichberechtigt und dauerhaft teilhaben können. Dies war bisher schon bei der alten Schulschimmhalle nicht der Fall, weil nur eine handverlesene Anzahl von Bürgern zu sehr eingeschränkten Nutzungszeiten dieses Bad nutzen konnte.

Das wird bei der neuen Schwimm-/Dreifachsporthalle in keiner Weise anders sein. Auch diese Halle wird hauptsächlich von den Schulen und den Sportvereinen belegt werden und die geringen Restzeiten dann wieder nur einer sehr begrenzten Anzahl von Bürgern zur Verfügung stehen. Es wird nur ein Schwimmbecken mit 6 Bahnen und 25 m Bahnenlänge geben. Das kleine Übungsbecken wird für Normalbürger uninteressant sein. Auch die neue, den Schulwald zerstörende, Schwimm-/Dreifachsporthalle ist also in keiner Weise sozial nachhaltig, eher genau das Gegenteil! Sozial nachhaltig wäre ein Schwimmbad, das allen Bürgern jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung stehen würde. Das will und kann sich selbst unsere noch reiche Gemeinde aber nicht leisten, weil die Bau- und Unterhaltskosten selbst Gräfelfing überfordern würden.

Fazit: Die geplante Schwimm-/Dreifachsporthalle im Schulwald ist weder ökologisch, noch ökonomisch und schon garnicht sozial nachhaltig, sondern in allen drei Bereichen genau das Gegenteil.

Wer dies leugnet, hat sich noch nie näher mit den tatsächlichen Fakten auseinandergesetzt und verbreitet daher sogenannte Fake-News!

Wer sich noch näher über die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte eines Waldes informieren möchte, dem sei das Studium des neuesten Greenpeace-Magazins 5/2020 empfohlen, das sich hauptsächlich mit den Funktionen unserer Wälder befasst!