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Ursache für die verhängnisvolle Wahl des Schulwaldes für den gewünschten Neubau der Schwimm- und Dreifachsporthalle am Lochhamer Schulcampus war die Aussage der Planer, dass sich die gewünschte neu Halle nicht auf der Fläche der abzureißenden alten Schwimm- und Turnhalle, des roten Behelfsbaus und des Verbindungsbaues zwischen Nord- und Südflügel der Volks- und Mittelschule realisieren ließe. Da wäre nämlich nicht mehr die nötige Pausenfläche für die Schüler vorhanden. Dieser Aussage der Planer vertrauend entschied sich der Gemeinderat daher für den Neubau im Schulwald. Und weil man dann schon dabei war, entschied man sich zusätzlich für die Hallenversion mit dem höchsten Flächenverbauch. Es gehe doch nur um die Abholzung eines wertlosen Stangerlwaldes, war die Begründung einiger Gemeinderäte.

Ohne weitere Überprüfung wurde daher der Einspruch des BUND Naturschutz gegen den waldvernichtenden Standort im Aufstellungsverfahren der 13. Änderung des Gräfelfinger Flächennutzungsplans mit 20 : 4 Stimmen im Gemeinderat abgeschmettert. Dabei hatte schon hier der BUND Naturschutz nachgewiesen, dass auch bei einem platzsparenden Neubau auf dem bisherigen Gelände noch ausreichend Pausenflächen für die Schüler vorhanden wären.

Erst als ein paar Gemeinderäte selbst die Aussagen zu den Pausenfächen überprüften und zum gleichen Ergebnis wie der BUND Naturschutz kamen, wurde dieses Thema neu im Gemeinderat debattiert. Hier verstiegen sich die Planer zu der kuriosen Aussage, dass zwar tatsächlich bei Bau der platzsparenden Variante „Punkt“ die gesetzlich vorgeschiebenen Pausenflächen vorhanden seien. Sie hätten jedoch nicht mit diesen Flächen gerechnet, da diese einer „Legehennenhaltung“ der Schüler entspräche. Sie hätten mit wesentlich größeren Pausenflächen gerechnet, die den Gräfelfingern doch wohl für ihre Schüler wert sein sollten. Und unter der Annahme dieser vergrößerten Pausenflächen hätte die Halle dann eben keinen Platz mehr.

Die Geschichte mit den angeblich nicht vorhandenen Pausenflächen hat sich so als grober Schwindel der Planer herausgestellt. Dies hat beim Gemeinderat leider nur teilweise zu einem Umdenken geführt.

Aber jetzt wird es noch interessanter

Als Folge früherer Angriffe von Fremden auf Schulen (z.B. Winenden oder Ansbach) müssen jetzt Schulhöfe und Gebäude für Schulfremde abgesperrt werden. Daher muss die Gemeinde auch den Pausenhof der Volks- und Mittelschule Lochham mit einem massiven Zaun und abschließbaren Toren einzäunen. So wird jedoch die Pausenfläche für die Schüler auf Seite der Adalbert-Stifter-Straße deutlich verkleinert! Schon jetzt kann man erkennen, dass für die platzsparende Variante der geplanten neuen Halle problemlos Flächen vorhanden sind ohne den neuen Pausenhof unzulässig zu reduzieren. Der Pausenhofschwindel wird jetzt für alle offensichtlich!

Neue Situation auf dem Schulcampus auf Grund neuer sicherheitstechnischer gesetzlicher Vorgaben

Neues Zugangstor von der Adalbert-Stifter-Straße

Aber noch eine weitere Folge ergibt sich daraus für einen Hallenneubau im Schulwald. Dann müssten die Schüler bei Sport- oder Schwimmunterricht jedes mal das geschlossene Schulgelände verlassen oder wieder betreten. Das bedeutet, dass bei jedem Stundenwechsel eine Aufsichtsperson die Tore zur Adalbert-Stifter-Straße auf und anschließend wieder zusperren müsste.

Neues Zugangstor von Adalbert-Stifter-Straße und möglicher Schwimm-/Dreifachsporthalle im Schulwald!

Dieser personalaufwändige Betrieb einer Halle im Schulwald entfällt beim Bau der neuen Halle am Platz der heutigen alten Hallen, da die Schüler ohne Verlassen des Schulgeländes direkten Zugang zu der Schwimm- und Dreifachsporthalle haben! Ein weiterer großer Vorteil der platz- und energiesparenden Stapellösung am alten Platz, der allerdings bei den ersten Überlegungen zum Hallenneubau noch nicht relevant war.

Umso mehr ein gewichtiger Grund auf Basis dieser neuen sicherheitstechnischen Anforderungen den Hallenneubau im Wald aufzugeben und die neue Halle auf dem frei werdenden Platz der bisherigen Hallen zu bauen zur Sicherheit unserer Schulkinder!

Fazit:

Die Begründung für die Wahl des Hallenstandorts im Schulwald, nämlich die sonst zu geringe Pausenfläche für die Schüler, war von Anfang an nachweislich falsch. Jetzt kommen noch Vorgaben zum Schutz von Schulen vor unberechtigtem Eindringen unerwünschter Personen in das Schulgelände dazu. Damit sind alle bisherigen Günde für die Wahl des Hallenstandorts im Schulwald entfallen. Die einzig überzeugende Lösung, nämlich der Bau der neuen Halle als Stapellösung am frei werdenden Platz der abzureißenden alten Hallen, ist die optimale Lösung für Schüler, Umwelt, Klima und alle Gräfelfinger Bürger, da der wertvolle Lochhamer Schulwald erhalten bleibt!