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Die Gemeinde Gräfelfing versucht gerade im Eilverfahren ihre nicht zukunftsfähige Planung der Schwimm- und Dreifachsporthalle im Schulwald durchzuboxen! Dazu hat sie für die nächste Sitzung des Bauausschusses am 9.Juli 2020 folgende Punkte auf die Tagesordnung gesetzt:

Hier wird versucht nach dem Modell von Andreas Scheuer’s „Ausländermaut“ vor einem drohenden Bürgerentscheid schnell Aufträge in fast voller Höhe zu vergeben. Bei einem Bürgerentscheid würde die Gemeinde dann den Gegnern die verlorenen Planungskosten für die Halle im Schulwald von angeblich bis zu 6 Mio.€ als Totschlagsargument entgegen halten!

Nach HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) stehen den Architekten bei den derzeit beautragten Leistungsphasen (LP) 1 und 2 Honorare in Höhe von 9 % der gesamten Planungsleistung zu. Die gesamte Planungsleistung beträgt maximal ca. 20 % der gesamten Bausumme von über 30 Mio. €, also maximal ca. 6 Mio.€. Sie könnte jedoch auch individuell anders vereinbart werden.

Für die derzeit erbrachte Planungsleistung der LP 1 + 2 stehen den Architekten daher ca. 300.000 € zu. Dabei ist zu berücksichtigen, dass darin auch der Entwurf der Stapellösungsariante „Punkt“ beinhaltet war, die wiederum die Grundlage für unseren Vorschlag des Neubaus am bestehenden Platz wäre und damit keine verlorenen Kosten verursachen würde.

Die jetzt geplante Freigabe der LP 4 – 8 würde den Anspruch der Archtitekten nach HOAI auf 98 % der Planungskosten steigern! Das wären dann ca. 5,88 Mio. €!

Allerdings sieht die Verordnung zur HOAI in § 10 auch ein Vorgehen bei vertraglichen Änderungen des Leistungsumfangs vor, sodass auch die Honorare bei einer Umplanung der Halle auf den Standort der bisherigen Hallen vom Verhandlungsgeschick der Gemeinde abhängig sind und die Drohung mit enormen verlorenen Planungskosten nicht wirklich zieht.

Fazit:

Auf jeden Fall bitten wir möglichst viele interessierte Gräfelfingerinnen und Gräfelfinger an der Bauausschußsitzung am 9.Juli teilzunehmen, um dem Gemeinderat zu zeigen, dass sie mit der Fehlplanung der Halle im Schulwald überhaupt nicht einverstanden sind und als Souverän keine Gemeinderatsentscheidungen gegen den Bürgerwillen akzeptieren!

Um für alle interessierte Bürger wegen der Corona-Abstandsregeln ausreichend Platz zu haben, sind wir bei Herrn Bürgermeister Köstler vorstellig geworden mit der Bitte, die Sitzung in einen größeren Raum, z.B. das Bürgerhaus, zu verlegen. Bitte entsprechende Ankündigungen der Gemeinde dazu beachten!